Frühlingserwachen – wo sind die Bienen?

Keine Bienen auf dem Balkon

Der Frühling hat sich wunderschön entfaltet, mit vielen Sonnentagen und einer anhaltenden Schönwetterphase. Doch wer auf städtischen Balkonen nach Bienen sucht, stellt fest, dass nur wenige Bestäuber herumfliegen. Wo sind also die Bienen hin?

Bienen in ländlichen Gebieten

Der Eindruck täuscht. Laut dem Imker Willi Brunner sind die Bienen fleissig am bestäuben, nur halt vorwiegend an einem anderen Ort. «Die Felder, insbesondere Rapsfelder, stehen in voller Blust. Ebenso gibt es Bäume die blühen, wie zum Beispiel Apfelbäume. Die Bienen gehen dahin, wo es für sie am meisten zu holen gibt.»

 
 
 

20% Winterverluste

Trotz dem reichlich vorhandenen Nahrungsangebot sterben jährlich 20-30% der Bienenvölker. Willi Brunner schätzt die Völkerverluste 2017/2018 auf rund 20%. Dafür verantwortlich ist mehrheitlich die Varroamilbe, ein Parasit welcher sich auf den Bienen einnistet. Diese Milbe setzt den Europäischen Bienenbeständen seit Jahren massiv zu. Imker können die Varroamilbe chemisch mit Ameisen- und Oxalsäure bekämpfen. Dies schädigt jedoch jeweils auch das Bienenvolk. Willi Brunner und sein Sohn Pascal setzen deshalb auf Technologie.

Wärme statt Chemie

Pascal Brunner erklärt: «Wir haben eine Methode entwickelt, mit welcher die Varroamilbe auf natürliche Weise mit Wärme bekämpft wird. Bei 41°C stirbt die Milbe, während die Bienenbrut eine solche Behandlung unbeschadet überlebt. Das Prinzip funktioniert mit einem in die Mittelwand eingelassenen Heizdraht, worauf die Bienen ihre Zellen bauen.» So entsteht eine Bodenheizung für die Arbeiterinnenbrut. Das System funktioniert vollautomatisch, im Frühling drückt man «Start», im Herbst auf «Stop» und dazwischen werden die Völker ohne Arbeit des Imkers behandelt.

Abbildung 1: Das Vatorex-System, eine «Bodenheizung für die Bienenbrut»
Abbildung 1: Das Vatorex-System, eine «Bodenheizung für die Bienenbrut»

Erfolgreich im In- und Ausland

Bereits über sechzig Imkerinnen und Imker im In- und Ausland behandeln ihre Bienenvölker mit dem Vatorex-System. Dank einem erfolgreich durchgeführten Crowdfunding können sich Willi und Pascal Brunner nun eine Wabenmaschine zutun, um die Produktion zu verbessern. Zusätzlich haben sie tolle News für die Imkerschaft. «Wir haben unseren Zielbetrag in nur 5 Tagen erreicht – nun geben wir jeden zusätzlich gespendeten Franken an die Imkerschaft weiter, indem wir das Vatorex-System verschenken», freut sich der Sohnemann. Pro Franken werden 20 Bienen gerettet und somit die Bienenbestände in Europa auch zukünftig geschützt.

Frühlingserwachen – wo sind die Bienen?
Vatorex, Pascal Brunner
27 April, 2018
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Chemiefreier Honig dank Mini-Heizung – Artikel auf Nau.ch
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